8 Tage, 293 Kilometer, 13.821 Höhenmeter, 600 Starter – so die reinen Fakten des 10. Gore-Tex Transalpine Run 2014. Die Emotionen und Freundschaften, die Freuden und das Leiden lassen sich nicht so einfach beschreiben. Auch als Wiederholungstäter ist der Transalpine Run wieder etwas besonderes.

Das beginnt schon mit mit der Startnummernausgabe. Es ist immer wieder schön bekannte Gesichter zu sehen. Es wird sich geherzt und gedrückt, es ist, als ob man zu einer lange geplanten Familienfeier zusammen kommt. Und auch dieses Mal sind wieder viele dabei, die schon einmal die Alpen überquert haben. Schon beim ersten Briefing am Abend stellt sich diesen Wohlgefühl ein, einer unter vielen Gleichgesinnten zu sein. Zu Hause würden sie sagen, ein Haufen Verrückter, hier sind es ganz normale Läufer, die sich ein besonderes Ziel gesetzt haben.

 

Als wir am Morgen am Start stehen schüttet es auf Eimern und das soll sich im Verlauf der Transalpine Run auch nicht wirklich ändern. An sechs von acht Tagen wechseln sich Regen und Schnee ab. Teilweise ist es auch noch neblig und kalt, eine echte Herausforderung, der viele Starter Tribut zollen müssen und das Rennen frühzeitig beenden.

Doch der Transalpine Run hat auch sonst ganz viel spezielles. Jeden Morgen heisst es wieder Aufstehen in die Klamotten, die in diesem Jahr über Nacht oft gar nicht trocknen wollten und wieder an den Start. Am dritten Tag muss Plan B dann tatsächlich auch noch den Plan C ziehen und eine Runde rund um Neukirchen laufen, da es über Nacht Neuschnee gab und den ganzen Tag in den Bergen stürmte. So blieb uns nichts anderes übrig, als nach dem Lauf schnell in frische Klamotten und mit den Shuttle-Bussen nach Prettau zu kommen.

Die Ostroute hat auch einen ganz speziellen Charakter. Wenn es auf der Westroute technisch über die Alpen geht, so hat man hier lange Asphaltstrecken und oft nur am Ende einen Berg, den es zu überwinden gilt. Dafür ist die Ostroute um einige Kilometer länger.

Zum ersten Mal gab es auch auf der Ostroute einen Bergsprint. Von Sand in Taufers ging es hinauf auf den Speikboden. 1.080 Höhenmeter auf knapp sieben Kilometer. Von wegen Ruhetag! Dafür hatten wir im Ziel eine Massage mit bestem Blick zum Zieleinlauf, wenn die letzten und somit schnellsten der Gesamtwertung ins Ziel kamen. Und weil der Nachmittag endlich einmal sonnig war, vergnügten wir uns in Sand in Taufers. Selbst am Abend trafen wir uns zu einem gemeinsamen Pizzaessen. Alleine will eben dann doch kein Läufer sein.

 

An den verbleibenden drei Tagen besserte sich das Wetter. Zwar gab es ab und an dann doch noch einige Regenschauer, aber es wurde merklich wärmer und auch das Profil wurde alpiner. Die Länge des Wettkampfs machte sich auch immer mehr körperlich bemerkbar. Die Beine wurden schwerer, Erkältungen stellten sich ein, aber der Wille, das Event erfolgreich zu beenden, war jedem anzusehen.

Und dann der letzte Tag, nach einmal flach über die ersten 15 Kilometer ehe es zum letzten Berg ging. Direkt an den drei Zinnen führte der letzte Anstieg. ein atemberaubendes Panorama. Nach dem Downhill war es dann vorbei. Acht Tage schinden, acht Tage Spass und auch Tage mit Freunden über die Berge. Im Ziel waren Tränen und Freude gleich verteilt und als am Abend die Finisher Shirts verteilt wurden wurde den Emotionen freien Lauf gegeben.

 

Was für ein Fest, wer glaubt, dass nach acht Tagen Laufen keiner mehr die Beine heben kann, hat sich geirrt. Bis in die Morgenstunden wurde getanzt und gehüpft. Getrunken wurde auch einiges, denn der Flüssigkeitshaushalt musste ja wieder aufgefüllt werden.

Am Morgen dann war die erste Leere da. Kein Packen, keine Laufsachen anziehen, kein Highway to Hell. Aber nach einem Ausgiebigen Frühstück ging nochmal hoch auf den Monte Elmo (Italienisch klingts einfach besser als Helmberg). Etwas das tolle Wetter genießen, auf den Bergwiesen liegen und dann auf der Hütte einen italienischen Cappuccino trinken. Ein perfekter Abschluss.

 

Und hier kamen dann auch schon wieder die ersten Gedanken auf, was man denn nächstes Jahr um diese Zeit macht. Noch nicht einmal 24 Stunden nach Ende eines der härtesten Rennen der Welt, werden schon wieder Pläne geschmiedet, ob man nächstes Jahr wieder läuft. Das versteht wohl nur, der hier schon einmal gelaufen ist. Es sind nicht die Kilometer, nicht die Höhenmeter, die dieses Lauf so besonders machen. Es sind die Teilnehmer, egal ob Spitzenläufer oder Amateure. Jeder hat die Leistung vollbracht über die Alpen zu laufen. Die Familie hat wieder ein paar neue Mitglieder bekommen.

GORE-TEX® TRANSALPINE-RUN 2014 – 10th Anniversary from _ on Vimeo.

Herzlichen Dank an die Organisatoren von Plan B, die Mädels und Jungs von Outdoor Physio und der Medical Crew.

Auch herzlichen Dank an die Eltern und Brüder von Benjamin und seiner Freundin Sonja, die uns die gesamte Zeit betreuten und unterstützen. Danke an Hoka OneOne für das Equipment, Easyway Sport und Sziols. Und danke an 600 andere Verrückte, die mit uns unterwegs waren.

DANKE BENNY für acht geniale Tage auf den Trails!

und für alle hier die Lieder des Transalpine Run:

AC/DC

Highway to Hell

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Katie Herzig

Best Day of Your Life


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American Authors

Best Day of My Life


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American Authors

Oh, What a Life


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The Jezabels

Endless Summer


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Shred Kelly

The Bear


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Photos: Rockntrail, PlanB, Medical Crew, Luc Van Oost.
Videos: PlanB, Benjamin Klöppel

 

 

 

 

 

Carsten

Carsten

Carsten Reichel ist passionierter Trailrunner. Seit mehreren Jahren hat er die Straßenschuhe gegen Trailrunningschuhe getauscht. Inzwischen sind es lange Distanzen oder Mehrtages-Rennen, wo Carsten Reichel anzutreffen ist. Carsten läuft für das Thoni Mara Team.

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