Khao Yai Nationalpark – Mit Jack auf Trek

von | 29. Juni 2014 | Reiseberichte, Thailand

Woche 3 – Khao Yai Nationalpark

Nicht ganz leicht fällt uns der Abschied aus Uthai Thani wenige Tage später. Wir verlassen das entspannte Leben der thailändischen Familie, die weiten, grünen Reisfelder, Obstbäume und Kokosnusspalmen, die jederzeit für eine leckere Stärkung sorgten und fahren mit einigen Bussen in die Provinz Nakhon Ratchasima. Den nächsten Tag möchten wir im Khao Yai Nationalpark, dem ältesten Nationalpark Thailands und UNESCO Weltkulturerbe, verbringen.

Leben im Dschungel

Schon lange vor unserer Reise waren wir beide gespannt darauf, einen richtigen, wahren Dschungel kennenzulernen mitsamt den wilden Tieren: den asiatischen Elefanten, Tigern und Leoparden. Wer hat nicht schon einmal davon geträumt?
Wir freuen uns auf Baumriesen, Lianen, ganz viel dichtes Grün und kaum sichtbare Pfade. Natürlich wollen wir nicht gleich auf eigene Faust dieses Abenteuer erleben. Auf der Ladefläche eines Pick Up fahren wir am nächsten Tag mit sechs anderen Backpackern samt unserem einheimischen Guide in den Nationalpark.

Aufsteigender Nebel und leichter Nieselregen bei der Einfahrt in das Regenwaldgebiet steigern unsere Vorfreude und wir fühlen: uns kann nichts passieren, denn es regnet- alles ist richtig. Etwas befremdlich erscheinen uns dann doch die weißen Leinensäcke, die wir über unsere Füße stülpen müssen, bevor wir in unsere neuen All Terrain Texapore Schuhe von Jack Wolfskin steigen. Die sollten doch perfekt für jedes Gelände sein und warum jetzt diese Maskerade?
Aber schon nach dem ersten, kurzen Wanderweg durch den Park ahnen wir warum das so notwendig sein wird. Den kleinen Blutegeln, die in dem matschigen Untergrund des Waldes nur auf unsere nackte Haut warten, möchten wir sicherlich keine Mahlzeit bereiten. Und nach der ersten Begegnung mit der, für uns unsichtbar, in den Sträuchern hängenden indonesischen grünen Viper, die unser Guide uns zeigt, steigt auch schlagartig der Respekt und die Aufmerksamkeit für den Dschungel.

100 Füße des Khao Yai

Wir sind begeistert und staunen über die Klänge der Gibbons hoch oben in den Bäumen, dem Zirpen und Zischen verschiedenster Insekten, welches links und rechts neben uns erklingt, während wir uns durch dichtes Gestrüpp und Geäst auf einem schier unsichtbaren Weg in unserer kleinen Gruppe durch den Regenwald bewegen. Die Orientierung haben wir schon nach wenigen hundert Metern verloren, denn neben der Dunkelheit die uns unter den vielen Pflanzen und Bäumen empfängt, umwandern wir immer wieder riesige Stämme von Urwaldriesen, weichen Lianen und Bambusstäben aus, bewundern Pilze, Moose und Insekten bevor wir dann wieder einen Blick in die Kronen der Bäume werfen.

Unsere Augen wissen gar nicht was sie zuerst sehen sollen. Wie erhaschen einen Blick auf einen der seltenen Hornbills hoch oben in den Bäumen, sehen fünfzehn Zentimeter lange Riesentausendfüssler am Boden, viele bunte Spinnen hängen zwischen den Bäumen und schließlich einen schwarz, blau schimmernden Skorpion zu unseren Füßen. Oh was für ein Schreck! Mit Hilfe des Guides können wir ihn aber so hypnotisieren, dass wir uns trauen ihn auf Händen und Jackenärmeln krabbeln zu lassen. Friedlich sieht er aus, bis er mit einem Mal den spitzen Stachel vorschnellen lässt und wir ihn daraufhin wieder auf den Boden setzen und aufatmen.

Khao Yai-Gamaschen-Nebel zieht auf und Schuhe

Im Dschungel gibt es Blutegel und damit sich diese Wesen nicht an den Beinen festsaugen, trägt man Gamaschen.

Wir bewundern weiter den Wald in all seiner Vielfalt, schauen auf Wasserfälle, Warane und Sambarhirsche und genießen in Bananenblätter eingewickelte Reis-Bananen- Köstlichkeiten zur Stärkung bevor wir schlammig und müde am Ende des Tages die Heimfahrt antreten. Es ist nicht schlimm, dass wir die asiatischen Elefanten, Tiger und Leoparden nicht gesehen haben, denn auch so sind wir völlig in den Bann gezogen worden von dieser, uns so neuen Welt. Auf Wiedersehen Khao Yai.

Khao Yai Nationalpark

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