53 Kilometer durchs Paradies

von 5. Juli 2019Italien, Reiseberichte, Slider

Der Dolomiti Extreme Trail wird erwachsen

Als ich vor 5 Jahren zum ersten Mal im Val di Zoldo war, war es eine beschauliche Veranstaltung von ein paar Enthusiasten, die die Schönheit ihrer Heimat den Trailrunnern zeigen wollten. Bei der neunten Auflage sind mehr als 1.200 Starter aus 46 Nationen vertreten, das familiäre hat der Dolomiti Extreme Trail aber keineswegs verloren.

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Carsten mir dem Renndirektor Corrado de Rocco

Wie in den Jahren zuvor checke ich im Hotel Post ein. Ein familiäres Haus, mit liebevollen Gastgebern, direkt am Start des Rennens. Seit zwei Jahren hat man den Event direkt in den unteren Kern von Forno di Zoldo verlegt, so sind Start und Ziel nicht mehr getrennt und so sind die Wege noch einmal kürzer geworden. Die Eiscafes und die Restaurants entlang der Straße profitieren von dieser Änderung und es ist nun möglich bei einem Cappuccino oder Eis den Zieleinlauf zu verfolgen.

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Mit den Bergfeen

Seit 2016 gibt es drei Strecken – 23 Kilometer, 53 Kilometer und 103 Kilometer. Zum ersten Mal werden 2019 mehr Starter auf der 103 Kilometer langen Strecke unterwegs sein, als auf dem Klassiker, den 53 Kilometern. Der Winter im Süden der Dolomiten war durchwachsen, aber im März und April viel soviel Schnee, dass in den höheren Lagen Anfang Juli noch richtig viel Schnee liegt. So mussten auch auf den 103 Kilometern einige Änderungen vorgenommen werden. Auf den ersten 30 Kilometern musste die Strecke komplett auf unter 2.000 Meter verlegt werden, da es nicht möglich war, die Läufer durch die Schneemassen zu schicken. Das tat der Schönheit der Strecke aber keinen Abbruch, denn auch die Ersatzstrecken haben es in sich.

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Die 53 Kilometer, der Klassiker, der seit der zweiten Auflage nahezu unverändert durchgeführt wird konnte komplett auf der geplanten Strecke gelaufen werden. Im Morgengrauen machten sich dann zuerst die Läufer der 103 Kilometer auf, ehe eine halbe Stunde später die 53 Kilometer in Angriff genommen wurden. Bei der Startnummernausgabe am Vortag konnte man schon die Gastfreundschaft und die Freude der Bewohner spüren, das sollte sich während des gesamten Wochenendes nicht ändern, denn obwohl der Lauf morgens um 5 Uhr startete, waren viele Leute an der Strecke anzutreffen, egal ob als Helfer oder einfach nur zum Anfeuern der vielen nationalen und internationalen Sportlern.

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Die Strecke selbst hat es mehr als in sich. Gerade Passagen gibt es so gut wie gar nicht. Es geht ständig auf und ab, die Wege sind steinig oder mit Wurzeln versetzt und gehen entweder steil bergauf oder dementsprechend bergab. Der Kopf wird hier besonders beansprucht, denn jeder Schritt ist genau zu überdenken, um nicht unsinniger weise zu stürzen.

Die Hufeisenrunde über die nördlichen Trails des Tales verlieren auch in ihrer neunten Auflage nicht ihren Reiz, die Strecke ist so abwechslungsreich, dass man gerne wiederkommt um auf einen der schönsten Trailevents teilnehmen zu dürfen.

Auf der gesamten Strecke spürt man die Liebe zum Lauf und der Region. Auch wenn inzwischen mehr als 1.000 Athleten über die Trails gehen ist es noch immer die familiäre Veranstaltung, wie bei der ersten Auflage. 

Im Ziel wird dann auch noch für jeden Läufer Eis verteilt, natürlich aus einer handbetriebenen und mit Crushed-Ice gekühlten Eismaschine.

Obwohl wir 53 Kilometer unterwegs waren, haben wir das Paradies nie verlassen…

Forno di Zoldo

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