Emilia Romagna – Das Open Air Gym!

von 6. März 2019Italien, Reiseberichte

Im nördlichen Mittelitalien befindet sich diese beeindruckende Region, die neben mittelalterlichen Städten, reichhaltiger Gastronomie und tollen Küstenorten, noch einiges mehr zu bieten hat. Was? Einen riesigen Spielplatz für Outdoorfreunde, die neben italienischer Lebensweise, auch noch Orte fürs Wandern, Biken und andere Aktivitäten suchen. Und dies, ganz abseits vom Massentourismus…

Eigentlich bringen die meisten Urlauber, wenn sie an die Region Emilia Romagna denken, den bekannten Küsten- und Badeort Rimini an der Adria, die Universitätsstadt Bologna oder vielleicht noch Parma und Modena ins Spiel. Schade, denn das Gebiet, das sich von den Apenninen bis zum Po erstreckt und sogar an die Toskana angrenzt, hat so viel mehr zu bieten. Denn ganz gleich, ob man lieber kulturell unterwegs sein möchte, die Natur genießen will, kulinarische Leckerbissen in den Fokus rückt oder am Ende die sportliche Herausforderung sucht, hier findet man eigentlich von allem etwas. Insbesondere, diejenigen, die abseits des Massentourismus den stressigen Alltag hinter sich lassen möchten, werden hier mit großartiger Landschaft, viel unberührter Natur und sogar UNESCO Weltkulturerbe überrascht. Ganz nebenbei kann man hier sportlich aktiv werden, von E-Bike, Mountainbike, Trail Running, bis hin zum leichten, anspruchsvollen Hiking-Abenteuer, lässt die Gegend sportliche Vollblutherzen ganz bestimmt höher schlagen.

Das Appennin: Alberto Tomba`s Fitnessstudio

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(c) Soulrunning

Sich fit halten und dabei die Schönheit unberührter Natur genießen? Zwei Komponenten, die für den ehemaligen Ski-Champion Alberto Tomba kaum zu trennen sind. Schon allein deswegen war es nicht besonders schwer den Jahrhundert-Athleten als Aushängeschild für die Region rund um die Appenninen in der Emilia Romagna zu gewinnen. Geboren in Bologna, lernte der charismatische Skistar in den nahegelegenen Bergen nicht nur das Skifahren, sondern entdeckte später auch die Liebe zum Trail Running. Im Sommer nutzt Tomba das Gebiet rund um den Appennin als Fitnessgym, um, wie er selbst sagt, sportlich am Ball zu bleiben und vor allem auch, um die vielen, sogar ihm noch unbekannten Flecken zu entdecken. Selbst Tomba war überrascht, was die Region in punkto „Open Air Gym“ alles zu bieten hat, für eine Lieblingsbeschäftigung, dem Trail Running, sind die Bedingungen optimal. Neben dem Laufen, gehören dazu auch Mountainbiken und Wandern. Hauptsache draußen, ist dabei seine Devise: „Ich liebe diese Region, und nicht nur, weil ich hier aufwachsen durfte. Heute nutze ich die großartige Natur und Landschaft rund um Bologna zum Training. Vor allem im Sommer genieße ich ausgiebige Wanderungen, bis hin zum anspruchsvollen Trail Running, um mich fit zu halten.“

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(c) Soulrunning

Kulinarik: Mehr als Pizza und Pasta

Wobei? Die Emilia Romagna-Region ist eigentlich bekannt für ihre tollen Pastagerichte, und Italien natürlich generell für ihre Gastfreundschaft. Sei es gefüllte Pasta, wie Ravioli oder Tortellini oder die beliebten Bandnudeln a la Tagliatelle al Ragù mit würziger Fleisch- bzw. Schinkensauce.  In Parma heißen die gefüllten Nudeln Tortelli und sind mit Kartoffeln und Käse gefüllt, in Bologna Tortelloni mit Ricotta- und Spinatfüllung, in Ferrara Cappellacci mit Kürbisfüllung. In der Romagna steckt man in die Teigtaschen gern Schafs- oder Ziegenkäse. So findet man im Gegensatz zur auf Schwein und Rind fixierten Emilia in der Romagna auch Lamm und Castrato (kastrierter Hammel) auf der Speisekarte.
Doch beginnen wir bei der Vorspeise, hier werden gerne Salami- und Schinkenspezialitäten, wie der berühmte Parmaschinken oder der würzige, eher fettige Pancetta, serviert. Diese werden gerne mit der traditionellen Piadina, flachen Teigfladen, gegessen. Dazu schmecken die Fritto Misto alla Bolognese, frittiertes Gemüse-, Fleisch- und Obststücke. Natürlich dürfen der ursprüngliche Parmigiano-Reggiano nicht fehlen, der gerne zusammen mit dem würzigen Formaggio die Fossa – er reift im Dorf Sogliano al Rubicone im Apennin in der Romagna von August bis November in schwefelhaltigen Gruben – aufgetischt wird. Ganz besonders lecker ist eine Spezialität aus der Region Terra del Sole an der Grenze zur Toskana. Der Squacquerone ist ein sehr weicher Frischkäse, der vom Geschmack an einen Mix aus reifem Büffelmozarella und Créme Fraiche erinnert.

Dazu findet man rund um die Region je nach Saison den berühmten Trüffel, der gerne in Kombination mit verschiedenen Pastavarianten serviert wird. Wer Lust hat, kann sogar selbst auf die Suche nach dem besonders schmackhaften Pilz gehen.

Outdoor: Mountainbike, E-Bike, Trail Running und Wandern

Wer Lust auf Sport hat, ist in den vielen Nationalparks der Region bestens aufgehoben. Besonders schön ist eine Wanderung im Territorium rund um den Damm und See in Ridracoli. Der Ausflug lässt sich mit der Besichtigung des Damms, der 1976 gebaut wurde, perfekt verbinden. Er ist 80 km von Cervia entfernt, liegt in den Hügeln oberhalb von Santa Sofia und ist der Hauptlieferant von Trinkwasser für die ganze Romagna. Der künstliche See ist in einer eindrucksvollen Kulisse eingebettet, grenzt unmittelbar an den Nationalpark  „Parco Nazionale delle Foreste Casentinesi, Monte Falterona e Campigna“ und bildet das Sammelbecken für die aus dem La Lama Wald und dem Naturreservat Sassofratino kommenden Gewässer. Neben tollen Wanderungen im Park, ebenso wie Ausflüge auf dem E-Bike oder Mountainbike, besteht die Möglichkeit, an Bord von elektrischen Booten Ausflüge auf dem See zu machen, um die versteckten Seewinkel zu entdecken oder die vielfältige Tierwelt zu beobachten. Besonders imposant sind die Casentini Wälder, die im Nationalpark vermehrt zu finden sind. Die tausendjährigen Wälder zwischen Romagna und Toskana gehören zu den weitesten und dichtesten Wäldern Italiens. Zur vorhandenen Fauna gehören Wolf und Goldadler sowie verschiedene Huftiere, wie Wildschweine. Trail Runner werden im Nationalpark auf ihre Kosten kommen, so stehen zahlreiche Wanderwege zum Training zur Verfügung, wer es lieber ruhiger mag, kann die Region natürlich auch erwandern.

TIPP:

Ein Besuch des angrenzenden IDRO Ökomuseums, das sich mit dem Thema Wasser und der im Nationalpark beheimateten Flora und Fauna beschäftigt. Eine Sektion ist z.B. dem Wassersparen gewidmet, um Aktionen zu einem bewussteren Konsum dieser Ressource zu testen.

Wellness: Im Einklang mit Körper, Geist und Seele

Neben gutem Essen, viel Kultur und toller Natur, gibt es hier in der Region rund um die Emilia Romagna noch ein weiteres charakteristisches Merkmal. Wer sich tagsüber bewegt, soll sich eine kleine Auszeit gönnen. Um Körper, Geist und Seele wieder in Einklang zu bringen oder einfach mal die Seele baumeln zu lassen, wird in der Emilia Romagna das Thema Wellness ganz großgeschrieben, Nicht nur die Italiener leiben es, sich in den vielen Thermalbädern zu entspannen, sie wollen ihre Gäste daran teilhaben lassen. Wellness-Freunde haben hier im wahrsten Sinn des Wortes die Qual der Wahl, denn die Angebote der zahlreichen Kurorte der Emilia Romagna sind enorm, teilweise ist der Besuch in den vielen Thermen sogar kostenfrei. Vom Schwimmbad mit warmen Thermalwasser versorgt zu Unterwassermassagen, über Solebecken mit Unterwassermusik, bis hin zur Schlammkur und entspannenden Massagen – die Vielfalt ist unglaublich.

Die berühmte Terme di Castrocaro befinden sich 15 Minuten von Forlì entfernt, im Herzen der Romagna, und man kann hier auch abends in den Schwimmbädern abtauchen. Anfang der dreißiger Jahre war der Thermalpark eine wahre Attraktion, er war dank seiner Veranstaltungen und der üppigen Vegetation bekannt. Um die kahlen Hügel der Umgebung wieder grün zu machen, entstand der Wald Bosco Littorio, wurden kanadische Pappeln entlang der Talebene Rio del Piano und Cozzi bis zu den schwefelhaltigen Quellen in Bolga gepflanzt. Auf Vorschlag von Arnaldo Mussolini, Bruder des Duce, erwarb der Staat 1936 den gesamten Thermalpark und eröffneten somit eine neue Zeit des Prunkes der “Regie Terme di Castrocaro”, welche dann zur wichtigsten Einkommensquelle der Stadt wurden. Das Grand Hotel in Castrocaro diente oft als Gästehaus für die Parteifunktionäre oder für Gäste, die vom Regierungschef im Schloss Caminate erwartet wurden.

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(c) Soulrunning

Im Nationalpark der Foreste Casentinesi gibt es das Bagno di Romagna, wo sich im gleichnamigen Wald ein Pfad für die Kleinen befindet. Oder: Die Terme di S. Andrea Bagni, die acht verschiedene Arten von Kurwasser bietet, jene in Bertinoro sieben und direkt am Meer in der Terme di Cervia befindet sich das salzigste Schwimmbad Europas. Man schwimmt dort wie im Toten Meer.

Das Ganze lässt sich noch mit einem Besuch der Festungsstadt Terra del Sole verbinden. Als „Stadt-Festung“ konzipiert, wurde sie nach der Sonne benannt. Die befestigte Idealstadt ist ein wunderbares Beispiel für die damals neue Militärstadtplanung. Terra del Sole wurde auf im Auftrag von Cosimo de‘ Medici befestigt und offiziell am 8. Dezember 1564 begründet.

 

TIPPS:

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Corte San Ruffillo in Dovadola

Mitten in der wundervollen Natur der Emilia, weit weg von Stadthektik und Massentourismus. Tolles Ressort mit Spaangeboten und italienischer, extravaganter Küche, perfekt zum Abschalten und Entspannen. Buchbar für Hochzeiten & Events, Erweiterung Eröffnung 2020.
www.cortesanruffillo.it

Il Castello in Terra del Sole

Bed & Breakfast in einem alten, traditionellen Schloss der Medici Familie 1564, es stehen nur drei Suiten zur Verfügung, buchbar für Hochzeiten und Events.
www.castellocapitano.com

Hotel Ròseo Euroterme Wellness Resort

Wellnesshotel der gehobenen Kategorie mit drei verschiedenen Restaurants.
www.bagniodiromagmnaterme.it

 

Osteria del Castello

Typische Spezialitäten aus der Region, raffiniert präsentiert. Dazu gibt es Weine aus eigener Herstellung.
www.osteria-del-castello.business.site

Therme Castrocaro

Im Herzen der Romagna mit vielen verschiedenen Schwimmbädern, Massageanwendungen, etc..
www.termedicastrocaro.it

Bologna

Terme di Castrocaro

Lago di Ridracoli

Terra del Sole

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