„Dolce vita“ trifft „Trails incredibile“!

Die Alpen sind groß – und die für mich eigentlich in jeder Region schön. Aber das Aosta-Tal hat es sogar direkt nach zehn Urlaubstagen vorher in den bayrischen und österreichischen Alpen geschafft, mich total zu begeistern. Dieser Mix aus italienischem dolce vita, herzlicher Gastfreundschaft und tollen, kaum frequentierten Trails im Angesicht des Monte-Rosa-Massivs ist wirklich einmalig!

Unmöglich, das alles in wenige Worte zu fassen. Aber keine Lust/Zeit zu lesen?! Dann nur:

  • Aosta-Tal: Gressoney und Champoluc
  • tolle Trails/Wanderwege
  • unglaubliche Aussichten auf das Monte Rosa Massiv/Matterhorn
  • einmaliges italienisches „Dolce Vita“
  • herzliche Gastfreundschaft
  • Incredibile!!!

Raus aus der Metropole und rein in die Berge

Nicht einmal eineinhalb Stunden vom Flughafen in Mailand entfernt erreichen wir die erste Station unserer Reise am Anfang des Tales Richtung Gressoney: Coumarial. Das schöne Ristoro Coumarial lädt zu einem Lunch ein, bevor es zum Fotoshooting-Trailrunning auf die einsamen, schönen Wanderwege der Umgebung geht. Rhododendren blühen, der Trail geht locker auf und ab, ein kühler Weißwein wartet an einer kleinen Berghütte. Auch der „Great Walser Trail“, ein Etappen-Wanderweg auf Spuren der Walser, führt hier vorbei.
Weiter geht es zum Abend in den Norden des Tales, nach Gressoney-La-Trinite. Nach einem kurzen Stopp im Hotel werden wir im „Castore Gressoney“ vom Tourismus-Beauftragten des Ortes offiziell begrüßt, bevor es zur Weinprobe und einem perfektem Dinner beim Sommelier und Küchenchef Paolo übergeht.

Auf den Spuren des Tor des Geants

Trotz des leckeren, langen Abends geht es für den „verrückten Franzosen“ Alexis und mich am nächsten Morgen noch vor dem Frühstück los zu fast 1.000 Höhenmetern Trailspaß hoch zum Lago Gabiet. Nach einem schnellen Frühstück laufen wir mit der ganzen Gruppe und unserem Guide Davide direkt vom Hotel aus auf den „Walserweg“. Schöne Trails mit unzähligen Foto-Stopps führen uns zur „Alpe Alpenzu“, eine kleine Siedlung der Walser auf einer Almen. Diese ist auch Checkpoint beim „Tor des Geants“, aber viel interessanter, dass die Alpe nun Teil eines Agricultura-Projektes ist, in dem u.a. 30 alte Kartoffelsorten rekultiviert werden. Nach einem Lunch machen wir uns weiter auf den Trail und dann im Tal wieder zurück zum Hotel.
Am Abend erwartet uns ein weiteres kulinarisches Highlight im Ristorante La Gruba (ebenfalls Checkpoint beim „TDG“) – und damit ein neuerlicher mehrstündiger Dinner-Ultra (das „Dolce Vita“ kann manchmal anstrengender sein als das Trailrunning…).

Walser Leben und Kultur

Tiefere Einblicke in das Leben der Walser bringt uns dann am nächsten Morgen das „Walser Ecomuseo“. Besonders die Konservierungsarten vom damals (und auch teilweise heute noch) nur einmal im Jahr auf Vorrat gebackenen Brot beeindrucken uns. Den Spuren der Walser folgen wir auch auf einer Wanderung vorbei an Walser Dörfern im Tal auf dem „Ecomuseo Trail“. Nach einem Lunch nehmen wir langsam Abschied von diesem Teil des Tales, denn „auf geht es“ in das Nachbartal: Über den Pass „Colle Ranzola“, wo wir kurz die andere Gruppe von SOUL RUNNING treffen, die zuerst das andere Tal besucht hat, laufen wir ins „Ayas-Tal“ und werden nach einigen Kilometern weiter nach Champoluc geshuttelt.

Nach einer kurzen Dusche im Hotel wartet die offizielle Begrüßung des Bürgermeisters/Tourismusverbandes zum Aperitif in einer Bar in Champoluc auf uns. Auch hier sind alle Einheimischen und Zugezogenen (teilweise schon vor über 20 Jahren) total verliebt in ihr Tal, was landschaftlich deutlich offener ist und auch einige Hotels mehr hat als in Gressoney (auch wenn wenn von „nur“ 1.000 Betten gesprochen wird, die vorranging im Winter etwas Trubel in die im Sommer sehr ruhige (Ski-) Region bringen).

Aostatal-2017-9059

(c) Soulrunning

Zum Heulen schön – Tour Monte Rosa

Die Trails am nächsten Tag treiben uns nicht nur den Schweiß auf die Stirn, sondern auch die Tränen in die Augen: Über Teile der „Tour Monte Rosa (TMR)“ (auch als Wettkampf bei der „UltraTour Monte Rosa“ von Lizzy Hawker laufbar) geht es zum traumhaften „Lago Blue“. Mit dem Guide Christian laufen wir weiter, teilweise auch „freestyle“ durch Wiesen und Flüsse letztendlich über einen traumhaften Grat zum Monte Facciabella. Ein Teil der Gruppe hat eine kürzere Tour gemacht und wir treffen uns alle zum Lunch im Agriturismo (und Agrigelateria ;-)) auf der Alpe Mezzan im „La Chavana“ wieder.
Danach relaxen wir in der Wellness-Landschaft der „Monte Rosa Therme“, bevor uns das Restaurant „Le Cadran Solaire“ am Abend zu einem abermals tollen Dinner einlädt. Und wieder ist ein traumhafter Tag einfach nur verflogen!

Abwechslung auf den Trails ist garantiert

Auch am nächsten Tag laufen wir zuerst wieder in zwei Gruppen. Mit dem ehemaligen italienischen Cross-Country-Meister dürfen wir Schnelleren den „Testa Comagna“ erklimmen, der uns nach wieder ganz anderen Trails (diesmal durch Nadelwald) erneute traumhafte Blicke auf das Monte Rosa Massiv bietet. Zusammen treffen wir uns wieder zum Lunch beim Agriturismo „Dondeynaz Gamba“, bevor uns dann Marco weiterführt zum Naturreservat „Lago Villa“ und einem interessanten Kunst-Projekt „Chal-LAND Art“ mitten im Wald. So langsam werden wir allerdings doch etwas zu müde, um all die Schönheiten und Besonderheiten um uns herum aufzunehmen.

An einer Bar ziehen wir uns kurz um, nehmen nach italienischer Lebensart einen „Caffe“ und machen uns auf zur Weinprobe. Ein Familienbetrieb produziert in Challand Saint Victor Weine im eigenen Vineyard am Dorfrand, den wir dann auch besichtigen. Den (ausschließlichen) Direktverkauf nutze ich für Mitbringsel nach Hause. Beim nun für uns letzten Abendessen in einem Ristorante im Ort werden inmitten italienischen Familien-Trubels nochmals alle Register gezogen: vier verschiedene Antipasti-Gänge, zwei Hauptspeisen und ein Dessert (und der übliche Caffe/Grappa) krönen einen wunderschönen Tag und lassen uns schon ein wenig Abschieds-wehmütig werden.

Noch schnell ein Skyrace zum Abschluss

Da unsere Gastgeber mitbekommen haben, dass wir total Berg-verrückt sind, wird für drei Unentwegte von uns noch eine Vor-Frühstücks-Tour auf einen 3.000er in der Nähe organisiert: Zum „Finale Grande“ auf den „Becca di Nana“. Nach diesen Tagen und Erlebnissen war es uns dann auch egal, dass wir bei der Besichtigung der alten Goldmine kurz vor der Abreise zum Flughafen kein wirkliches Gold mehr gefunden haben. Diese Tage waren auch in Gold nicht bezahlbar – GRAZIE MILLE!

Fazit:

Trailrunning und „dolce vita“ garniert mit ganz viel Sonne sind ein toller Mix! Beide Täler sind zum Wandern und Trailrunning wunderschön, jedes hat seinen eigenen Reiz. Wer gerne fast alleine auf Spuren der Walser unterwegs sein möchte, sollte sich Gressoney anschauen. Das Tal um Champoluc ist etwas offener, von den Trails her abwechslungsreicher und ist mit mehr Infrastruktur etwas belebter.
Am besten ist es natürlich, gleich beide Täler zu besuchen – vielleicht sogar wie wir mit einer Weiterreise per pedes über einen der Alpen-Pässe?! Incredibile!

Infos Aosta-Tal

Berge und Wege

Das Aosta-Tal ist von den höchsten Bergen der Alpen umgeben. Leicht kommt man auf über 3.000 Meter. Viele der Trails starten auf über 2.000 Meter. Die Region ist mit genialen Trails übersät, die oft in kleinen Bergdörfern enden.

Anreise ins Aosta-Tal

Mit dem Flugzeug kommt man in Mailand Malpensa an und ist innerhalb von 2 Stunden im Aosta-Tal.

Offizielle Webseiten Aosta-Tal

Offizielle Webseite Aosta-Tal:
https://www.lovevda.it/en

Etappen-Wanderwege:
https://www.lovevda.it/de/sport/trekking/hoehenwege/hoehenweg_1
https://www.lovevda.it/de/sport/trekking/hoehenwege/hoehenweg_2
https://www.sentieridellys.it
https://www.tourdessix.it
https://www.montagnavda.it

Great Walser Trail:
https://www.lovevda.it/en/sport/trekking/the-great-walser-trail

Ultra-Läufe:
https://www.monterosawalsertrail.com/
https://www.tordesgeants.it/

Ultra Tour Monte Rosa


https://www.trail5colli.it/

Projekt Agricultura:
https://www.paysageamanger.it/

Jens Meyer

Jens Meyer

Jens kam erst recht spät zum Sport, dafür lebt er ihn jetzt umso intensiver. Der passionierte Läufer liebt die Wege abseits der Straßen. 2013 war er Hauptdarsteller bei der Transalpine-Run Dokumentation "Heaven and Hell".

Kein Kommentar

Hinterlasse eine Nachricht

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.