Sardinien – Trailrunning auf der Mittelmeerinsel

von | 16. August 2016 | Italien, Reiseberichte

Vielen ist Sardinien hauptsächlich als Ziel für einen entspannten Strandurlaub bekannt. Was auch ohne Zweifel  gerechtfertigt ist. Die Auswahl reicht von langen Sandstränden an der Costa Rei oder Chia über kleine malerische Buchten wie Cala Golotize oder Cala Mariolu zu weißen Kiesstränden wie Cala Fuili, die das Wasser in strahlendes Türkis tauchen – und nicht zu vergessen die wüstenartigen Sanddünen der Costa Verde.

 

Wer sich allerdings „nur“ mit einem Strandurlaub zufrieden gibt, verpasst einen Großteil der Schönheit Sardiniens. Sowohl entlang im Supramonte von Baunei als auch im Norden in der Nähe der verlassen Bergwerkssiedlung Argentiera oder im Westen bei Buggerru (Carbonia-Iglesias) findet man einzigartige Wanderwege die sich entlang der felsigen Küsteauf und ab schlängeln. Aber auch im Landesinneren, beispielsweise im Südwesten, im Sulcis, mit der höchsten Erhebung „Is Caravius“ (1116m) oder im Naturpark „Sette Fratelli“ (1016m) im Südosten kommen Wanderer und Mountainbiker auf ihre Kosten.

Trailrunnung auf knapp 2.000 Meter

Nicht zu vergessen sind aber auch der Gennargentu mit dem höchsten Berg Sardiniens „La Punta Lamarmora“ (1834m) und der Supramonte, geprägt von seinem kantigen Kalkstein der sich von Oliena mit dem höchsten Gipfel „Is Corrasi“ (1463m) über den Canyon Gorropu zu der Hochebene des Golgo, Baunei, zieht.

Möglichkeiten, die einzigartige Natur Sardiniens mit ihren Höhlen, Schluchten, Küsten und Bergen zu Fuß zu erkunden und dabei noch an vorchristlichen Bauten des Nuraghenzeitalters vorbeizukommen gibt es also zahlreich. Aber wer die Insel alleine erkunden will und gut markierte Wanderwege beispielsweise aus den Alpen gewohnt ist, wird schnell merken, dass die einsame Schönheit ihren Preis hat. Nur in einigen Naturparks sind kurze Rundwanderwege gut ausgeschildert. An den meisten anderen Stellen kommt man aber ohne GPS Punkte und/oder einem persönlichen Führer aus der Gegend nicht weit. Nicht ohne Grund hört man jährlich von mehreren Touristen, die sich auf Sardinien verlaufen und von Feuerwehr oder dem alpinen Rettungsdienst geborgen werden müssen. Selbst der „Selvaggio Blu“, eine der wohl bekanntesten Exkursionen von Sardinien wird nur mit Führer empfohlen, da Markierungen nur vereinzelt zu finden sind und teilweise auch von Einheimischen entfernt werden, die „ihr“ Sardinien nicht an Touristen verlieren wollen.

Gastfreundschaft wird großgeschrieben

Die Einwohner Sardiniens sind grundsätzlich ein sehr gastfreundliches Volk; vielleicht das gastfreundlichste Volk Europas überhaupt. Allerdings erst, wenn sie mit den „Fremden“ warm geworden sind und ihnen womöglich bei einem typischen Abendessen mit Pane Carasau,Pecorino, Porceddu (Spanferkel) und selbstgemachten Mirto oder Fil’e Ferru (Grappa) stolz auch di kulinarischen Einzigartigkeit der Insel präsentieren konnten.

Argentiera_2

Die Vielfältigkeit Sardiniens lädt ohne Zweifel auch zu langen Geländeläufen ein. Zwar erreicht man auf Sardinien nie die Höhen der Dolomiten oder Alpen, das tut den Möglichkeiten, die die Insel für Läufer zu bieten hat, aber keinen Abbruch. So findet man ohne Probleme Strecken, die an Wüstenläufe erinnern, aber auch steile Anstiege und technische Pfade die alpinen Wanderwegen Konkurenz machen und mit der Aussicht auf das Mittelmeer zusätzlich punkten können. Aber für Läufer gilt das Gleiche wie für Wanderer. Wer die Wege nicht kennt und sie alleine erkunden will, riskiert, sich zu verlaufen.

flyer UTTS

Eine Exkursion über mehrere Tage mit einem Führer ist also sehr empfehlenswert. Eine solche Tour auf der Insel Asinara von Marco de Francici, passionierte Geländeläufer, mit dem Tourenführer Matteo Casula war die Geburtsstunde des ersten Ultratrails in Sardinien. Nach einer Tageswanderung fanden sich die beiden um noch eine Runde zu laufen und entdeckten ihre gemeinsame Leidenschaft des Geländelaufs. Die Idee war geboren: Warum nicht einen Trail hier auf Sardinien veranstalten? Ein Ultratrail, der die komplette Ausdehnung des Supramonte des Ogliastra umfasst? Dank seiner Erfahrung und Ortskenntnis konnte sich Matteo auch schon die Strecke ausmalen. Etwa 100km sollten es sein. Die zwei motovierten Protagonisten hatten sich gefunden. Im November 2013 machten sie sich auf um  die Strecke abzulaufen, was dann am 18.Oktober 2014 zur ersten Ausgabe des Ultratrack Supramonte Seaside (UTSS) Baunei wurde.

Am 1. Oktober dieses Jahres startet die erneute Auflage des UTSS

Der Lauf bietet eine einzigartige Möglichkeit, auf den ca. 90km die Schönheit und Vielseitigkeit des Ogliastra kennnenzulernen. Von dem Dorf Santa Maria Navarese laufen die Teilnehmer entlang der Küste regelrecht in den Sonnenaufgang hinein. Der erste steile Anstieg führt die Läufer zur Punta Giradili und nach einem weiteren Anstieg erreichen wir die Hochebene des Golgo, wo sich dir kürzeste der drei angebotenen Strecken von etwa 25km auch schon dem Ziel nähert. Für alle anderen geht es weiter vorbei an einigen der schönsten Strände Sardiniens (Cala Sisine und Cala Luna).

Die Läufer passieren auf technische Wanderwegen die Ostküste und haben zusätzlich gute 3km auf sandigem Untergrund. Unter der auch im Oktober noch heißen Mittagssonne hat man hier das Gefühl, an einem Wüstenlauf teilzunehmen. Es folgt der wohl anstrengenste Abschnitt mit knapp 10km Anstieg von wo es dann anschließend im trockenen Flußbett zurück zum Golgo und dem Ziel im malerischen Dorf Baunei geht, wo die Läufer von der Gastfreundschaft der Dorfbewohner empfangen werden.

Der Lauf findet am 1.Oktober 2016 statt und bietet drei unterschiedliche Distanzen:  den Hauptlauf (UTSS) mit ca. 90km und 4500 Höhenmeter, die mittlere Distanz (TSS) mit 43km und 2300 Höhenmetern und die kurze Distanz mit 25km mit 1600 Höhenmetern.
Ein zusätzliches interessantes Angebot ist der „Fast-Hike“ über 16km und 1000m. Eine geführte Wanderung mit zügigem Schritt und wenig Gepäck.

Bilder: (c) Konstanze Hahn

 

 

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